Ein Zinsrechner schätzt, wie viele Zinsen auf ein Guthaben oder eine Schuld über einen bestimmten Zeitraum anfallen. Für die Berechnung brauchen Sie den Ausgangsbetrag, den Jahreszins und die Laufzeit. Auch die Wiederanlage der Zinsen beeinflusst das Ergebnis.
Nutzen Sie den Endbetrag als Orientierung und prüfen Sie die Annahmen des Rechners. Das Ergebnis ist eine Schätzung, keine Zusage dafür, wie viel später ausgezahlt wird.
Angaben für den Zinsrechner
Geben Sie zunächst das Startkapital ein, also den Betrag, den Sie anlegen oder geliehen haben. Dazu kommen der Jahreszins in Prozent und die Laufzeit, zum Beispiel in Jahren. Bei manchen Programmen legen Sie zusätzlich fest, ob es einfache Zinsen oder Zinseszinsen berechnet.
Für eine genauere Schätzung fragen Programme mitunter nach regelmäßigen Einzahlungen und danach, wie häufig Zinsen gutgeschrieben werden. Prüfen Sie auch, ob Steuern und Gebühren berücksichtigt sind. Ein Rechner, der solche Angaben nicht abfragt, zeigt in der Regel einen Wert vor diesen Abzügen.
Das Ergebnis kann die erwirtschafteten Zinsen und das Endkapital getrennt ausweisen. Das Endkapital umfasst das Startkapital und die hinzugekommenen Zinsen.
Einfache Zinsen und Zinseszinsen
Bei einfachen Zinsen wird der Zins jedes Jahr nur auf das ursprüngliche Kapital berechnet. Die Rechnung lautet:
Zinsen = Startkapital × Jahreszins × Laufzeit in Jahren
Wandeln Sie den Zinssatz für die Rechnung in eine Dezimalzahl um.
Bei Zinseszinsen werden gutgeschriebene Zinsen zum Kapital addiert. In den folgenden Jahren werden auch diese Zinsen verzinst. Bei jährlicher Gutschrift gilt:
Endkapital = Startkapital × (1 + Jahreszins) hoch Anzahl der Jahre
Bei gleichem Startkapital und Zinssatz bringen Zinseszinsen über denselben Zeitraum mehr Zinsen als einfache Zinsen, wenn die Zinsen jährlich gutgeschrieben und wiederangelegt werden. Voraussetzung ist, dass der Zinssatz gleich bleibt und die Zinsen nicht entnommen werden.
Annahmen des Zinsrechners prüfen
Die Häufigkeit der Zinsgutschrift beeinflusst das Ergebnis. Bei monatlicher Gutschrift und Wiederanlage fällt die Berechnung anders aus als bei jährlicher Gutschrift. Zwei Programme können daher unterschiedliche Endbeträge anzeigen, obwohl Sie dieselben Ausgangswerte eingeben.
Achten Sie auch auf den Zeitpunkt regelmäßiger Einzahlungen. Eine Einzahlung zu Beginn eines Zeitraums wird länger verzinst als dieselbe Einzahlung am Ende. Wenn ein Rechner diese Angabe nicht berücksichtigt, bildet er Ihren Sparplan nur vereinfacht ab.
Die Rechnung geht von einem festen Zinssatz aus und zeigt damit ein Szenario. Bei einem variablen Zinssatz oder einer Anlage, deren Konditionen sich ändern, fällt der tatsächliche Ertrag anders aus. Steuern und Gebühren senken den Betrag, der Ihnen am Ende bleibt. Prüfen Sie deshalb, ob das Programm den Betrag vor oder nach Steuern und Gebühren ausgibt, also den Brutto- oder Nettowert.
Auch ein höherer Kontostand bedeutet nicht automatisch mehr Kaufkraft. Eine Beispielrechnung der Verbraucherzentrale zeigt: 1.000 Euro wachsen bei angenommenen 1 Prozent Zins pro Jahr über zehn Jahre auf rund 1.104 Euro. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Inflation von 2 Prozent pro Jahr entspricht der Betrag dann der Kaufkraft von etwa 906 Euro heute. Das Beispiel ist eine Rechenannahme, keine Vorhersage.
Wann ein Zinsrechner nicht reicht
Ein gewöhnlicher Zinsrechner eignet sich für einen schnellen Vergleich von Sparszenarien. Für eine genaue Abrechnung müssen Sie die Vertragsbedingungen beachten. Dazu gehören etwa der tatsächliche Zeitraum, ein wechselnder Zinssatz und die Methode, nach der die Zinstage gezählt werden.
Auch bei rechtlichen Zinsforderungen gelten besondere Regeln. Für bestimmte steuerliche Zinsberechnungen schreibt die Abgabenordnung beispielsweise einen Monat mit 30 Tagen und ein Jahr mit 360 Tagen vor. Diese Vorgabe gilt nur für diesen gesetzlich geregelten Bereich, nicht allgemein für alle Bankkonten. Bei einer konkreten Forderung sollten Sie Vertrag und einschlägige Vorschriften prüfen lassen.



